
Andreas Möller
WEBEREI HAMBURG & FLYING8 GbR
Bernstorffstr. 164
22767 Hamburg
+49 (0)177 - 43 18 921
Andreas Möller
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Ich webe, seit ich zwölf bin.
Mein erster „Webstuhl“ war ein Stück Pappe, meine Werkzeuge waren meine Finger. Es war faszinierend – und total blöd zugleich. -
Sofort wusste ich: So kann das nicht bleiben.
Da will ich mal rausfinden, wie es besser geht. -
Schon während meiner traditionellen Weberlehre in Hamburg, habe ich neue Sachen für's Weben erfunden.
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Heute entwickle ich meine eigenen Webstühle und Werkzeuge – und lehre meine Methode auf der ganzen Welt.
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Es ist etwas anderes, als ein Wunder, es ist das, was Weben möglich macht.
Zur Person
Der vielfach ausgezeichnete Handweber Andreas Möller setzt von Hamburg aus neue Maßstäbe im modernen Handweben weltweit. Als Visionär seines Fachs eröffnet er mit seinen einfach zu bauenden und kostengünstigen Webstühlen, Flying8 und TMB-50, Menschen in der Nähe wie rund um den Globus neue Perspektiven – vom erfüllenden Hobby bis hin zur selbstbestimmten Existenz.
Seit 2007 ist er als Erfinder und Ausbilder für den Flying8-Webstuhlbau und die dazugehörige Webtechnik tätig, unter anderem für Firmen und Organisationen wie die UN und die GIZ (Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit) in Afrika, Südamerika, Europa und Indien.
Flying8-Kurse in Deutschland und Europa gehören ebenso zu seinem Programm wie zahlreiche Messeauftritte, private Schulungen sowie Vorträge an Universitäten, in Museen und auf Kongressen.
Unter dem Titel Flying8 Weaving Academy erscheint zudem eine Reihe von Büchern und Videos rund um Flying8-Webstuhlbau, Webmethode und Design.
In seiner Werkstatt in Hamburg-St. Pauli sowie in der Außenstelle auf Gut Müssen entstehen die unverwechselbaren Schals, Tücher, Decken und Wandbehänge des
60-Jährigen. Darüber hinaus vermittelt er sein Wissen in besonderen, praxisnahen Kursen: von 6-Stunden-Kursen und PSW über das dreitägige KKIPS bis hin zu den sechstägigen Masterclasses mit Andreas Möller – jeweils ein fundierter Einstieg in sein Webuniversum. Mit modernen Techniken löst er sich von verstaubten Traditionen und begeistert immer mehr Menschen für das Handweben.
INTERVIEW (Newsletter)
INTERVIEW MIT ANDREAS MÖLLER
"HIER BIN ICH - VON HIER AUS KANN ICH SEIN." 30 Jahre Weberei Hamburg in der Bernstorffstraße
Andreas Möller gehört weltweit zu den gefragtesten Webexperten. Mit seinen unverwechselbaren Schals, Decken, Gefäßskulpturen und seinem Webstuhldesign inspiriert und begeistert der vielfach preisgekrönte Handweber Menschen auf der ganzen Welt. Nach der Ausbildung in Hamburg zum Handweber , 1986-88, und seiner Gesellenzeit in Lübeck gründete Andreas Möller 1992 die Weberei Hamburg.
Im Mai 1996 bezog die Weberei Hamburg die Werkstatt-Galerie in der Bernstorffstraße 164 in Hamburg, St-Pauli.
Andreas, was hat dich vor 30 Jahren in die Bernsoftstraße verschlagen?
Freunde von mir, die oben eine Wohnung bezogen hatten, boten mir an, den als Hobbykeller genutzten Raum unter der Wohnung zu mieten. Früher war es übrigens ein Milchladen. Viele Jahre dachte ich, das sei eine Zwischenlösung – aber seit langem ist es klar: Hier bin ich und von hier aus kann ich sein.
Ein paar Jahre hatte mein Vater einen Schreibtisch bei mir in der Werkstatt. Wir haben damals alle viel geraucht und ständig Kaffee getrunken. Mein Vater brauchte auch immer seine Morgenpost. Er hat es genossen, wenn meine Freunde hereinschauten. Es war immer was los. Wenn er gegen 16.00 nach Hause ging, sagte er oft zu mir: „Und jetzt arbeite nicht mehr so viel.“ Dabei hatte ich, ausser Kaffee zu kochen, noch gar nichts geschafft. Das war sehr lustig.
Wie hat sich das Weben in den letzten Jahren verändert?
In den ersten Jahren habe ich ausschließlich Schals und Wolldecken gewebt und diese auf Ausstellungen und Messen verkauft. Meine Produkte wurden mit vielen Design- und Staatspreisen ausgezeichnet. Ich habe nie viel verdient, aber mit Geld hätte ich mir das alles sowieso nicht kaufen können.
Nach und nach sind dann ganz andere Dinge dazugekommen: Auslandsreisen zum Beispiel – ich wurde eingeladen, Vorträge zu halten, an Messen teilzunehmen oder in Afrika und Indien zu unterrichten. Das war eine große Wende. Sie hat all meinen Sachverstand gefordert, aber auch mein genaues Hinschauen aufs Weben.
Plötzlich musste ich Dinge definieren, die in der Ausbildung immer nur mit‚ das war schon immer so‘, ‚das macht man so‘ oder ‚das geht nicht‘ abgetan wurden. Ich musste alles hinterfragen und auf alle Fragen eine gute Antwort finden. Vor allem aber war ich nie zufrieden mit ‚das geht nicht‘ – da habe ich immer weitergesucht und am Ende ging's ja doch irgendwie.
Dieses Suchen und Entdecken hat mich schließlich dahin geführt, meinen eigenen Webstuhl, den Flying8, zu entwickeln – und daraus ist jetzt eine ganz neue Weberwelt entstanden.
Einige Jahre habe ich die Weberei Hamburg zusammen mit meiner damaligen Frau geführt und unser Sohn, Martin Hans, ist hier aufgewachsen.
Wie hat der Flying8-Webstuhl dein Leben und das von vielen Menschen auf der Welt verändert?
Der Flying8-Webstuhl hat alles übertroffen, was ich mir als Weber hätte erträumen können. Nicht nur, dass ich meinen eigenen Webstuhl entwickeln konnte – einen, der alle Features hat, die mir an anderen Webstühlen fehlen - er ist leicht, leise, einfach zu bauen und erschwinglich. Man braucht nur billiges Bauholz, Nägel oder Schrauben, eine Säge und einen Hammer. Und ich webe darauf genauso schöne Sachen wie auf den herkömmlichen Webstühlen, die ich früher hatte.
Über die Jahre habe ich den Flying8 immer weiterentwickelt. Er ist nie stehengeblieben. Herkömmliche Webstühle hingegen werden seit Hunderten von Jahren gleich gebaut. Hier und da ändert mal jemand etwas, aber meistens haben die Leute Fehler zwar entdeckt – und sich drum herumgemogelt – aber den Fehler selbst nie behoben. Was ich entwickelt habe, ist wirkliche Innovation.
Sondern auch - und ist das Schöne : Das Glück liegt nicht nur auf meiner Seite. Es liegt auch bei den Menschen, die das erkennen – und sich ihren eigenen Webstuhl bauen, angepasst an ihre Fähigkeiten, Möglichkeiten und Ansprüche.
Zum Beispiel Esmael Jemal aus Äthiopien, der schon 2007 einer meiner ersten Schüler war. Er hat 2009 eine Flying8-Werkstatt gegründet – mit Webstuhlbau und Textilproduktion. Er unterrichtet selbst, webt wunderschöne Handtücher, die inzwischen echte Klassiker sind und die ich hier verkaufe. Wir sind gute Freunde und arbeiten zusammen, wann immer ich in Äthiopien zu tun habe.
Und dann ist da James E. Dkhar in Shillong, Indien, der sofort verstanden hat, worum es geht. Er hat eine Webschule gegründet – weil er wusste: Er kann die Webstühle selbst bauen, den Bau weitervermitteln und junge Menschen ausbilden. Arbeitssuchende junge Leute gibt es in Indien genug. Das Handweben hat dort eine große Tradition – aber neu ist, dass man sich den Webstuhl selbst baut, dass man einen Kontermarsch-Webstuhl mit zehn, zwölf Tritten, mit acht Schäften und mit 160 cm Webbreite hat und damit neue Muster entwickeln und effizient produzieren kann. Das ist großartig.
Und gerade entsteht in Addis Abeba, Äthiopien, eine neue Firma namens Woven Legacy – zu der auch ein junger Mann gehört, Biruk Teferi, der jüngste Vertreter der Flying8-Weber. Er ist zwanzig Jahre alt, hat die Sache sofort verstanden und ist mit großer Begeisterung dabei. Er könnte weit in die Zukunft reichen.
Was hat es mit dem neuen TMB-50 und TMB-70 auf sich?
Der TMB-50 ist wahrscheinlich der kleinste Kontermarsch-Webstuhl mit 12 Tritten und 8 Schäften der Welt.
Ich habe ihn entwickelt, weil ich selbst einen kleinen Webstuhl brauchte – und weil ich mir gewünscht hätte, so einen gehabt zu haben, als ich mit zwölf Jahren mit dem Weben begann.
Auch dieser Webstuhl hat mehrere Entwicklungsphasen durchlaufen. Inzwischen haben wir eine professionelle Tischlerei gefunden: Tischler Nicolai Bilges in Bielefeld schneidet uns die Teile passgenau zu.
Die Webstühle werden nur zusammengesteckt – ebenso die dazugehörigen Hocker, Tische und Schärbäume. Ein simples Konzept: ohne Balken, ohne Metallteile, ohne Plastikrollen. Handlich, schön und immer mit Beleuchtung.
Werkstattvergrößerung durch Webstuhlverkleinerung.
Endlich kann ich in dieser kleinen Werkstatt Webkurse mit 5 Teilnehmenden geben.
Und es mündet jetzt in einer ganz neuen Idee: die Weberei aus der Kiste.
Ab demnächst kann man sie bestellen. Mit einem Klick bekommt man alles, was man für eine kleine Profi-Werkstatt braucht – auch wenn man gar kein Profi ist: Einen TMB-Webstuhl, einen Schärbaum, einen Vielfunktionstisch, ein Spulrad, einen Reedekamm und einen Hochleistungshocker. Bald gibt es dazu auch Anleitungsvideos, damit man gut mit allem umgehen kann – wenn man keinen Kurs besuchen kann oder zusätzlich zu einem Kurs noch Erinnerungsmaterial braucht.
Für mehr Infos und Reservierungen bitte eine e-mail an
Bereits mehrere Museen, Profiwerkstätten, Kunstschulen und Universitäten haben sich für den TMB-50 entschieden – manche haben ihn selbst gebaut, manche gekauft, manche haben mich für Workshops eingeladen, damit Studierende wirklich erleben, wie das funktioniert: mit Kette und Schuss, Schäften und Musterweben, Leinwand, Köper und so weiter.
Der TMB-50 und TMB-70 sind ein echter Systemwechsel.
Wofür steht eigentlich "TMB"?
TMB stehtfür die Initialen meines Lieblingscousin
Tobias Möller-Bertram. Er hat es mir überhaupt erst ermöglicht, diesen Webstuhl zu entwickeln. Den Webstuhl nach ihm zu benennen ist der größte Dank, den ich ausdrücken kann – denn Besseres habe ich nicht zu geben – außer vielleicht das Ilka-Shuttle, das habe ich in Gedenken an seine verstorbene Frau nach ihr benannt.
Weberei Hamburg etabliert sich nun auch als Webstuhl-Firma. Was macht euch besonders?
Bei uns kann man Webstühle und Baupläne für diese Webstühle kaufen, Sonderanfertigungen in Auftrag geben und das gesamte Zubehör erwerben.
Das Besondere an uns: Wir berufen uns nicht auf Tradition und auch nicht auf klassisches Tischlerhandwerk – obwohl ein sehr guter Tischlermeister hinter unseren Produkten steht. Wir schneiden Multiplexplatten mit der CNC-Fräse, unsere Ilka-Shuttles und Webblätter drucken wir mit dem 3D-Drucker. Das macht die Sache modern.
Die Holzoberflächen kann jeder selbst behandeln, wenn er das möchte. Mir geht es um einen Webstuhl ohne Ballast – Funktion, durch und durch.
Wir berufen uns auf außergewöhnliche Expertise und auf die Freude an der Leichtigkeit.
Und wenn Sie mich fragen, wie diese Webstühle entstehen – durch meine KI und meine Fantasie. KI steht hier für: ‚kann ich‘. Und ich hoffe, dass es anderen nützt und gefällt.
Viele Dank für dieses Gespräch

Vita
geb. 1965 in Johannesburg
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1986-88, Weberlehre in Hamburg.
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seit 1992 selbstständig als Weber in Hamburg tätig.
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Seit dem Teilnahme an Messen und Ausstellungen weltweit
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2001, Flying8 Liftsystem
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2005, Bester-Freund
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2009, baute den ersten Flying8-Webstuhl in Estland.
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2020, Pluma-Shuttle
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2025, Shuttlebox AIR
Auszeichnungen (Auswahl):
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1988, 1. Bundessieger im Weberhandwerk
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1999, Bayerischer Staatsprei, Goldmedalie
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1999, Hessischer Staatspreis für das Kunsthandwerk
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2000, Hamburger Designpreis, Hamburg und Design
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2003 und 2006, Bochumer Designpreis
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2006, Artextil, Caracas, 1. Preis International
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2017, Justus Brinckmann Preis, Museum für Kunst und Gewerbe, Hamburg
