FLYING8 -
von Haus aus international

Der Begriff "FLYING8" entstand 2007 in Äthiopien, während des ersten Trainings, dass ich dort für die GIZ gab. Ich suchte einen griffigen Ausdruck für einen Kontermarsch Webstuhl mit 8 Schäften und Schellschussvorrichtug und erfand dann "FLYING8".

"Flying" kommt vom englischen "flying-shuttle", Schenellschuss, und die "8" von der Anzahl der Schäfte, ich nehme immer gerne 8.

 

2009 wird klar, dass es wiederkehrend problematisch ist, Webstühle vor Ort (Äthiopien und anderswo) von Handwerkern bauen zu lassen. Ausserdem waren die Webstühle für einen einzelnen Weber unerschwinglich. So kam ich auf die Idee, dass es das beste wäre, jeder könnte seinen eigenen Webstuhl bauen und zwar möglichst billig und mit wenig Aufwand.

Den Sommer 2009 verbrachte ich in Estland bei Anu Raud in Heimtali.

Dort konnte ich in einem Einraumhaus mit Plumpsklo, bleiben.

Neben an war ein alter Schuppen, den ich entrümpelte und mir zu einer primitiven Werkstatt herrichtete. Von einem Nachbarn mit kleinem Sägewerk, bestellte ich sehr viele Meter Dachlatte, anderes Holz kaufte ich bei einer Tischlerei in Viljandi.

Ende Juni legte ich los. Inzwischen war auch Natalia Möller-Pongis angereist und und unterstützte mich.

Nach 10 aufregenden Tagen war der erste "Personal FLYING8 Webstuhl" fertig und er webte wunderbar. 

2009, der erste FLYING8 entsteht in Estland

Später bauten wir noch einen FLYING8 in Finnland und 2010, zusammen mit Esmael Jemal, welche in Bahir Dar, Äthiopien, und Natalia baute sich ihren eigenen alleine in ihrem Wohnzimmer in Montevideo, Uruguay.

Seit dem wurde ich nach Sierra Leone, Burkina-Faso, Botswana, Peru, Uruguay, Deutschland, Holland, Dänemark, Schweden, Russland, Äthiopien, Nordost Indie (Meghalaya, Sikkim), USA und in die Schweiz eingeladen um vom FLYING8 Konzept zu berichten oder Webstuhlbau und Weben zu unterrichten. Und in vielen, vielen anderen Ländern haben sich Interessierte ihren FLYING8 Webstuhl gebaut.

Der Fadenkartograph im 

Weltstudio im HumboldtForum.

Entwurf: Carlotta Werner für Sunder-Plaßmann für StadtMuseum, Berlin

Ausführung: 

Andreas Möller, Natalia Möller-Pongis

Inzwischen gibt es so gar einen riesigen FLYING8 Webstuhl im Humboldt Forum in Berlin. Er heißt dort "Fadenkartograph". Es haben schon viele tausend Menschen daran gewebt.

Besonders während der Coronazeit habe ich den FYLING8 noch mal stark durchpflügt und einiges verbessert, so, dass ich einen ganz neuen Bauplan schreiben musste.

Da der FLYING8 jetzt wie neu geboren ist, habe ich mein Geburtsdatum zu seinem Namen gemacht:

FLYING8 - 8.Oktober

FLYING8 - 8. Oktober